🇩🇪 Von der Krise zum Comeback – Was Führungskräfte vom LEGO-Turnaround lernen können

Shownotes

Wie schafft es ein Unternehmen, aus einer existenziellen Krise wieder zu einer der stärksten Marken der Welt zu werden?

In dieser Folge des LEITWOLF® Podcasts spricht Stefan über einen der beeindruckendsten Turnarounds der Wirtschaftsgeschichte: den LEGO-Case. Eine Marke, die viele seit der Kindheit kennen, stand Anfang der 2000er kurz vor dem Zusammenbruch. Zu viele Produkte, zu hohe Komplexität, steigende Kosten und ein verlorener Fokus auf das, was Kund:innen wirklich wollten, brachten LEGO an den Rand der Krise.

Stefan zeigt, welche Führungslektionen in diesem Comeback stecken: Warum mehr Initiativen nicht automatisch mehr Erfolg bedeuten, weshalb Kosten senken und Wachstum steigern gleichzeitig möglich sein können und warum gute Führung nicht darin besteht, alle Antworten selbst zu haben. Entscheidend war bei LEGO die Rückkehr zum Markenkern, radikale Vereinfachung und eine Führung, die wieder genau hinhörte: bei Kund:innen, Mitarbeitenden und Handelspartnern.

Eine Folge über Krise, Fokus und Klarheit – und darüber, warum große Comebacks selten mit mehr Komplexität beginnen, sondern mit konsequenter Führung.


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Transkript anzeigen

00:00:03: Große Comebacks beginnen selten mit mehr Komplexität, sie beginnen mit mehr Klarheit, Fokus und konsequenter Führung.

00:00:11: Ein Gewinnwachstum von im Tiefpunkt minus zweihundertzwanzig Millionen auf eins Komma Zwei Milliarden Euro ein brillanter Turnaround Case.

00:00:26: Hallo und ganz herzlich willkommen zum Lightwolf Podcast!

00:00:31: Dein Podcast für Führen Mitwirkungen.

00:00:35: Danke übrigens an dieser Stelle einmal ausdrücklich für die immer mehr, mehrenden Rückmeldungen von euch wie zum Beispiel von Daniela.

00:00:43: Die schrieb Hallo lieber Stefan deine Podcast folgen sind leicht verständlich klar formuliert und gut nachvollziehbar.

00:00:53: ich habe schon viel daraus mitgenommen.

00:00:55: Zitat Ende.

00:00:57: dieses Feedback freut uns sehr.

00:01:00: die leichte Verständlichkeit wollen wir natürlich beibehalten, denn Führen ist nur ein kleines bisschen Wissenschaft und viel Handwerk.

00:01:09: Und das braucht klare gut funktionierende Werkzeuge und einfache Modelle und Konzepte.

00:01:15: Und solltet es auch du Feedback haben für uns oder Vorschläge oder Fragen an unser Team oder mich dann freuen wir uns wenn du dich bei uns meldest!

00:01:24: Der heutige Titel dreht sich um eine der beeindruckendsten Turnaround-Geschichten, die ich in thirty-fünf Jahren Führung bisher erlebt habe.

00:01:33: Vielleicht einen der stärksten Turnarounds in der Wirtschaftsgeschichte?

00:01:36: Es geht um eine Marke, die viele von uns von klein auf kennen.

00:01:41: Eine Marke die Spielen, Entwicklung und das Schaffen einer eigenen Welt im Mittelpunkt hat.

00:01:49: Eine eigene Welt, von der viele nicht wissen, dass diese tolle Marke nicht immer nur glorreiche Zeiten erlebt hat.

00:02:01: Sondern auch mal in großen Schwierigkeiten steckte.

00:02:04: Es war zeitweise nicht sicher ob sie es schaffen würde oder nicht Aber sie schaffte es auf eine beeindruckende Weise Und von dieser Art und Weise und von dieser art des umgangs mit einer wirklich existenziellen Firmenkrise habe ich persönlich als Führungskraft enorm viel gelernt.

00:02:25: Viel über Strategie, über Teams und über Füro!

00:02:32: Und diese Learnings möchte ich gerne in der heutigen Folge mit dir teilen.

00:02:36: Warum?

00:02:38: Weil dieser Lego Case aufräumt mit manchen Paradigmen die mir in der Führungspraxis immer wieder begegnen.

00:02:47: weil dieser Case unglaublich wertvolle Lektionen vor allen Dingen zum Thema Strategie- und Entscheidungen treffen enthält und weil er im Kern so leicht zu verstehen ist.

00:02:58: Aber der Reihe nach, die Lego-Geschichte gegründet in twohundzehnhundertzweiunddreißig.

00:03:06: Die Marke Lego erstmals nineteenhundert vierhund dreißig erwähnt eine Serie von Jahrzehnten mit Wachstum.

00:03:14: nur kleine Rücksetzer aber der Trend war klar wachstums bis Ende der achtziger Jahre.

00:03:20: dann ein erster kleiner Einschnitt die Trendwende.

00:03:29: Händler wie Toys R Us werden plötzlich auch zu Wettbewerbern, drei Jahre Umsatzrückgang, dreijahre Kostenanstieg – der Gewinn der Marke fällt von onehundertzehn Millionen Euro auf Null!

00:03:43: Die Marke ist noch stark und an diesem Zeitpunkt fragt man sich Wie können wir die Marke wieder profitabel wachsen lassen?

00:03:53: Man entscheidet sich, viele Dinge zu verändern.

00:03:56: Es werden viele neue Produkte eingeführt.

00:04:00: Zum Beispiel Lego Freizeitparks, Lego Uhren, Lego Kleidungsstücke für Kinder – im ersten Jahr auch mit einem gewissen Anfangserfolg.

00:04:10: Erstkäufe werden ausgelöst aber nach zwei weiteren Jahren und nur in Jahr eins, twenty-fünf Prozent Umsatzwachstum geht es in Jahr zwei und drei und vier krass wieder zurück.

00:04:27: Ja, schon im Jahr eins nach dem Wachstum folgen neunundzwanzig Prozent Umsatzrückgang.

00:04:33: Es gibt also keine Nachkäufe.

00:04:35: Die Bestände bei den Händlern wachsen die Frustration der Händler wächst auch.

00:04:40: Und zwei tausend Drei steht die Firma Lego plötzlich da mit dem ersten Verlust in der Firmengeschichte Zweihundert Millionen Euro Verluste Bei Neunhundert Million Euro Umsatze.

00:04:51: Der letzte CEO aus der Reihe der Familien-CEOS tritt zurück.

00:04:58: Das Unternehmen steht kurz vor dem Zusammenbruch, die Kosten explodieren, die Komplexität war außer Kontrolle und Lego verlor den Fokus auf das was Kunden wirklich wollten.

00:05:11: Die Frage war jetzt wie können wir die Firma retten und hoffentlich irgendwann wieder zum Wachstum bringen?

00:05:19: Es gab einen Führungswechsel.

00:05:20: Er war damals junger Mann aus einer renommierten Unternehmensberatung über Namen als CEO und machte sehr viele Dinge mit seinem Team gemeinsam richtig.

00:05:30: Im Kern Sortiments-Reduktion um fünfzig Prozent, von siebentausend zweihundert auf dreitausend sechshundert Artikel.

00:05:39: Rückkehr zum alten Markenkern Mit Lego kreierst du deine eigene Welt.

00:05:45: Es war nicht einfach Lego überall sondern mit Lego krierst Du Deine eigene Welt.

00:05:51: Neue Segmenten, erstmals Lego für Mädchen.

00:05:53: Erstmal Lego für Erwachsene und attraktivere Produkte für das Kern-Zielgruppensegment Jungs.

00:06:02: Und die Ergebnisse?

00:06:04: Zehn Jahre später, im Jahr zwei Tausend Treizehn hatte es einen Umsatzwachstum gegeben von neunhundert Millionen auf vier Komma vier Milliarden Euro eine Verfünffachung ein Gewinnwachstuhm von dem Tiefpunkt minus Zwei Hundert Zweiundzwanzig Millionen.

00:06:26: und für mich drei Lektionen für uns als Führungskraft.

00:06:32: Erstens, Fokus!

00:06:35: Mehr Initiativen bedeuten oft nicht mehr Erfolg.

00:06:40: Viele Führungskräfte reagieren auf Herausforderungen mit noch mehr Projekten... ...mit noch mehr Aktivität... ...met noch mehr Initiatifen.

00:06:50: Genau das tat Lego Neue Themenparks, neue Produkte, neue Geschäftsmodelle, neue Dies und neue Das.

00:06:59: Ende der neunziger Jahre.

00:07:01: Überall Wachstumsideen – aber wenig Fokus!

00:07:06: Und kein roter Faden mehr, der alles zusammenhielt.

00:07:11: Die Komplexität stieg viel schneller als der von Konsumenten wahrgenommene Nutzen.

00:07:17: Die Lektion für uns Führungskräfte ist glaube ich nicht alles was möglich ist ist auch sinnvoll.

00:07:23: Und ein Handlungstip für dich fragt du dich einmal pro Quartal, welche zwanzig Prozent unserer Aktivitäten erzeugen achtzig Prozent unserer Wirkung?

00:07:36: und dann schau mal auf die anderen Achtzig Prozent der Aktivität und frag dich was sollten wir stoppen?

00:07:45: Einstellen das macht oft den Raum zum Wachstum.

00:07:49: also Lektion Nummer eins Fokus, mehr Initiativen bedeuten oft nicht mehr Erfolg.

00:07:57: Zweitens Flexibel denken und die wahren Trade-offs herausfordern – und es geht doch!

00:08:08: Man kann Kosten senken und Umsatz steigern.

00:08:13: In Krisen verlieren viele Firmen und auch viele Mitarbeiter das Vertrauen in ihre eigenen Stärken.

00:08:19: Manche denken sehr fixiert Denken nur in Paradigmen.

00:08:25: Ich kann entweder Kosten senken oder Umsatzsteiger, ein selbst erlebtes Beispiel von mir.

00:08:35: Ich glaube ich werde es nie vergessen!

00:08:38: Es ist mehr als zehn Jahre her zwar eines unserer ersten großen Projekte, zweihundert Führungskräfte an einem Ort an einem Tag.

00:08:48: Wir leiten einen Teilen, Gedanken zu gutem Führen.

00:08:53: Aktivieren.

00:08:55: Bekommen positive Rückmeldungen.

00:08:57: Gehen in Breakout-Workshops.

00:08:59: Einen leid ich selber und einer der Teilnehmer dieses Workshops sagt doch lad also ja Humeister das was sie da sagen mit den beiden das geht gar nicht.

00:09:09: Ich kann ja gar nicht gleichzeitig umsatzsteigern und kosten sinken.

00:09:12: es gibt nur entweder das eine oder das andere.

00:09:15: Zitat Ende Das war so richtig.

00:09:18: entweder oder denken.

00:09:22: Ich hatte damals schon selbst erlebt, oft erlebt und durch den Legocase bestätigt gesehen dass es eben doch geht.

00:09:31: Dass es eben sehr wohlgeht beides zu tun.

00:09:34: Es ist nicht einfach!

00:09:36: Es geht nicht immer.

00:09:37: da bin ich sofort dabei.

00:09:38: ja ich bin nicht naiv.

00:09:39: es gibt Situationen in denen es wirklich schwierig gleichzeitig beides zutun.

00:09:43: aber im legocase war's auch nicht einfach Und?

00:09:47: Es hat geklappt Es geht DOCH.

00:09:51: Das Lego-Beispiel hat mir gezeigt.

00:09:54: Fünfzig Prozent weniger Artikel, nämlich Fokus auf die, die wirklich rennen und dann Kostensenkung.

00:10:01: in Folge dessen deutlich weniger Komplexität um Kosten und dann eine Verfünffachung des Umsatzes in nur zehn Jahren.

00:10:10: Also Flexibel denken!

00:10:13: Und es geht doch.

00:10:15: man kann kosten senken und Umsatz steigern.

00:10:19: Und die dritte Lektion finde ich für uns als Führungskräfte.

00:10:22: Gute Führungskräfte müssen nicht alle Antworten selber haben!

00:10:27: Ich weiß nicht, wie es in deiner Umgebung und in der Karriere, in deiler Firma ist... ...ich kenne so den einen oder anderen, arbeite auch mit dem einen oder andern, auch mit einer Reihe von CEOs, wo mir jetzt der eine oder andere einfällt.

00:10:41: Das sind alles tolle Menschen, ich arbeite mit ihnen allen sehr gerne.

00:10:45: Und trotzdem ist da der eine or andere dabei, der den Eindruck macht Er glaubte immer noch, er müsste alle Antworten selber kennen.

00:10:52: Das muss niemand!

00:10:53: Es geht gar nicht.

00:10:55: Gute Führungskräfte müssen nicht alle Antwortens selber kennen!

00:10:59: Fragen stellen!

00:11:02: Gute Fragen stellen statt selbst alle Antwort haben ist mein Tipp für dich.

00:11:07: Gehen wir nochmal zurück in den Lego Case.

00:11:10: der damals neue CEO Jürgen Wigg Knutztorp, Die Firma Lego Übernahm machte gleich zu Anfang etwas Bemerkenswertes.

00:11:26: Er hörte zu, er sprach mit Kunden, er Sprach mit Mitarbeitern, ersprach mit Händlern und ertraf Entscheidungen auf Basis von Fakten statt auf der Basis an Namen.

00:11:41: Lektion für gutes Führen, großes Führen beginnt oft mit Demut statt Übermut.

00:11:52: Gutes Führen in nur zwei Worten kann man für mich auch zusammenfassen mit Willenskraft und Bescheidenheit, oder mit dem Wort ein paar Mut-und Demut.

00:12:06: Und von Beidem hat dieser damals junge CEO Jörgen Wick Knutsdorp viel gezeigt.

00:12:14: Handlos dipfet dich!

00:12:16: Führe doch jeden Monat mindestens drei Gespräche mit Menschen, die näher am Kunden sind als du selbst.

00:12:25: Die näher an der operativen Realität sind.

00:12:28: also du selbst wenn du seniorer Führungskraft bist im mittleren Ober- und Management vielleicht in der C-Suite, vielleicht in einer Geschäftsführung oder im Vorstand eines Unternehmens.

00:12:38: je höher Du kommst in deiner Karriereleiter und in Deiner Verantwortung desto größer die Gefahr dass du eine Distanz aufbaust zum Kunden zum operativen.

00:12:49: Und auch wenn es nicht mehr deine Verantwortung ist, operatives selber zu tun?

00:12:53: Du solltest immer verstehen was das wahre Kundenbedürfnis ist.

00:12:58: also Tipp!

00:12:59: Drei Gespräche im Monat mit Menschen die dem operatifen, der Realität und den Kunden näher sind als du selbst.

00:13:08: Dann wirst du sehen und bestätigt sehen gute Führungskräfte müssen nicht alle Antworten selber kennen.

00:13:17: Frage dich auch, was sehe ich nicht?

00:13:20: Und die Antwort auf diese Frage könnte den Unterschied machen zwischen Niedergang und Comeback einer ganzen Firma.

00:13:29: Übrigens wenn auch du eine starke Führungskultur in deiner Organisation aufbauen willst weiterentwickeln willst, eine Kultur in der Menschen aus Fehlern schnell lernen und aus Krisen gestärkt zurückkommen dann schau gerne in die Show Notes und vereinbare ein unverbindliches Gespräch mit mir.

00:13:48: Vielleicht kann ich dir in schon wenigen Minuten irgendeine kleine Spiegelung, irgendeinen kleinen Tipp geben der dir hilft genau die Führungskultur in deiner Firma aufzubauen, die du gerne haben willst.

00:14:01: Geh rein in die Schaunen uns, bucht einen Call!

00:14:03: Ich freue mich auf unseren Austausch.

00:14:05: Zum Schluss mein Impuls für dich Lego wurde nicht erfolgreich weil das Unternehmen immer mehr gemacht hat.

00:14:14: wurde wieder erfolgreich, weil das Unternehmen erkannt hat, klarerkannt hat wofür es steht was es besser kann als andere und worauf es sich konzentrieren muss.

00:14:27: Vielleicht ist die wichtigste Frage für jede Führungskraft Was müssen wir nicht zusätzlich tun sondern was müssen wir wieder konsequenter tun?

00:14:38: Denn große Comebacks beginnen selten mit mehr Komplexität.

00:14:44: Sie beginnen mit mehr Klarheit, Fokus und konsequenter Führung.

00:14:48: Ich hoffe es war was für dich dabei im heutigen Podcast und ich freue mich wenn du nächste Woche wieder dabei bist.

00:14:54: Herzlichen Dank für deine Zeit!

00:14:55: Und bis zum nächsten Mal.

00:14:57: Dein Stefan.

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